Rödkulla-Kuh

 

Die Rödkulla-Kuh wurde 1912 offiziell als Rasse anerkannt. In den 1930er Jahren gab es etwa 30’000 Rödkulla-Kühe, die in weiten Teilen Mittelschwedens und in den Süden bis zur Höhe des südlichen Bohuslän verbreitet waren. Im Jahr 1938 wurden die Rassenverbände für Rödkulla-Kühe und Fjäll-Kühe zusammengeschlossen und das Ergebnis daraus wurde eine neue Vereinigung mit dem Namen „Förenig för Svensk Kullig Boskap“ (SKB). Weiterhing gab es jedoch Tierbesitzer welche sich der reinrassigen Zucht der Rödkulla verschrieb. In den 1950er Jahren war die Anzahl der Rödkulla jedoch so stark zurückgegangen, dass ein Problem bei der Rekrutierung von Bullen bestand. Dies wurde vorübergehend durch bestimmte Bulleneinfuhren aus dem westfinnischen Rödkullarassen behoben.

Ende der 1970er Jahre war die Anzahl der Rödkulla dramatisch zurückgegangen und die Überreste der Rasse waren nach einer Bestandsaufnahme 1977 nur noch 23 weibliche Tiere. Bevor das Interesse für die Rasse 1979 starb, waren nur noch 18 weibliche Tiere übrig. Um die Rasse zu stärken, wurde 1981 eine kleinere Anzahl weiblicher Tiere an westfinnischen Rödkulla-Kühen  importiert. Die Tiere verschwanden jedoch recht bald aus der Zucht und hatten daher keinen wesentlichen Einfluss auf den heimischen Rödkulla-Bestand. 1981 wurden eine Anzahl von Kühen und Samen von 3 Bullen des West-Norwegischen Rotkulla-Population importiert. Die Restauration wurde 1982 fortgesetzt, als zwei Herden mit Rödkulla-Kühen von Ostnorwegen importiert wurden. Ende 2009 betrug die Rödkulla-Bestand in Schweden etwa 1200 reinrassige erwachsene weibliche Tiere und 400 Bullen sowie Sperma von rund 70 Zuchtbullen aus der Genbank.

Die endgültige Bestätigung, dass die Rödkulla eine eigenständige Rasse war, kam 2004, als die schwedische Landwirtschaftsbehörde die Rasse mit einem eigenen Rassekod ausstattete.

Rassens Merkmale

Die Rödkulla ist eine hornlose kombinierte Milch- und Fleischrasse. Nur lose Hornansätze dürfen auftreten. Die Farbe ist rot in verschiedenen Schattierungen, in der Regel einfarbig rötlich, aber weiße Zeichen am Eutern, Stern, Socken, weißer Kopf und gefleckte Tiere können vorkommen. Sidighet hingegen ist nicht rasstypisch und daher nicht anerkannt.

Charakteristisch für die Tiere der Rödkull-Rassen ist ein lebendiges aber gutes Temperament, gute Haltbarkeit, starke Knochen und Klauen, gute Fruchtbarkeit, leichte Kalbungen, gute mütterliche Eigenschaften und, soweit wir heute wissen, ist sie frei von erblichen Defekten..

Gewichte bei Kühen schwanken zwischen 350 – 600 kg und die Milchproduktion ist bei ca. 5’500 kg / Jahr und eignet sich am besten für Betriebe mit hohem Rauhfutteranteil.

Die guten Zuwachseigenschaften der Rödkullabullen Zuchtzüchter eignen sich gut in der extensiven und intensiven Fleischproduktion. Schlachtgewichte zwischen 250-400 kg sind möglich (ca. 30 Monate).

Rödkullabullen sind sehr gute Weidetiere. Sie weisen eine hohe Kälteverträglichkeit auf und können auch in der kalten Jahreszeit draußen eingesetzt werden, sofern die Umgebungsbedingungen dies zulassen.